Unsere Geschichte

Das Gebäude von Hidamari, wo alles begann

Als Junge kam ich bei Frauen mittleren Alters ungeheuer gut an. (Jedenfalls hatte ich mir das eingeredet.)

Ich hatte im Vorbeigehen nur gegrüßt, da riefen sie mir schon nach — was für ein süßer Junge! So ein braver Kerl! So einen hätte ich auch gern zu Hause!

(Rückblickend ist natürlich jeder kleine Junge in ihren Augen entzückend.)

Ich war also überzeugt, auf diesem Weg ein Star zu werden, studierte Sozialwesen und fing im Pflegeheim meiner Heimatstadt an. Ein denkbar oberflächliches Motiv, zugegeben.

01

Hidamari Kaigo fing alles andere als reibungslos an

Ich hatte damals Energie im Übermaß — und ein vorlautes Mundwerk dazu.

Das Heim hatte für mich naturgemäß keine Geduld.

Dabei wollte ich dort doch ein Star werden.

Im fünften Jahr entschied ich mich endlich, es selbst zu machen. Ich ging und gründete Hidamari Kaigo.

Ich überredete einen älteren Kollegen, der an mich glaubte, mitzukommen, mietete ein altes Haus in Gehweite vom Elternhaus und eröffnete eine Tagespflege. Und es kam niemand. Kein Einziger.

Vielleicht würde ich den Kredit für Bad und Toiletten nicht zurückzahlen können.

Vielleicht würde ich den Lohn des Kollegen nicht zahlen können, den ich geholt hatte. Vielleicht würde ich Frau und Kinder nicht ernähren können. Eine Weile saß ich da, den Kopf in den Händen, und rutschte immer tiefer.

Eine Aufnahme aus den frühen Jahren von Kuromamesan
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Gerettet vom Wissen und von den Händen der Nachbarschaft

Die Nachbarn, die Hidamari Kaigo in den Anfangsjahren getragen haben

Herausgeholt haben uns das Wissen und die Kraft der wenigen älteren Menschen, die doch kamen. Weil das Haus ein altes Bauernhaus war, bewegten sie sich bald frei und nach eigenem Gutdünken darin.

Menschen, die zu Hause schweigend dasaßen, standen plötzlich im Gemüsegarten! Sie kochten uns köstliche Mittagessen!

Sie brachten uns allerlei altes Wissen bei. Was für eine Verjüngung!

Und ich werde nie vergessen, wie der Ort uns vorangeschoben hat.

Als jemand sah, wie ich mit hängendem Kopf herumlief, fragte er: Wollt ihr nicht ein Café für einen Tag bei Hidamari machen?

Als ich begriff, dass sie das taten, um uns bekannt zu machen, weinte ich hemmungslos wie ein Kind. Dank unserer Gäste und der Nachbarschaft sprach sich Hidamari langsam herum, und nach einem Jahr hatten wir so viele Menschen, wie wir gehofft hatten.

03

Bei Hidamari zählte nur eines: den Tag genießen

Ein Nachmittag bei Hidamari, an dem einfach der Tag genossen wird

Bei Hidamari zählte nur eines: den Tag genießen. Fahren wir irgendwohin? Es regnet, legen wir uns einfach hin? Worauf hätten Sie heute Mittag Lust? Jeder Tag war eine Suche nach etwas Schönem.

Unter denen, die diese Tage mit uns teilten, sagten manche, sie wollten bei Hidamari sterben — und wir durften sie bis zum Schluss begleiten.

Zehn Menschen konnten wir bei Hidamari bis zuletzt begleiten.

Ein Herr rief jedes Mal, wenn er von Hidamari nach Hause fuhr, mit beiden Armen hoch „Banzai!“. Auch seinen Leichenwagen haben wir mit erhobenen Armen und „Banzai!“ verabschiedet.

Eine Dame stürzte bei uns und wurde bettlägerig. Als sie aus dem Krankenhaus zu uns zurückkam — da aß sie wieder selbst! Es kam uns wie ein Wunder vor. Sie hatte also doch zu uns zurückkommen wollen.

Auch sie durften wir bei Hidamari bis zum Schluss begleiten.

Es gibt mehr zu erzählen; ein Buch ist in Arbeit.

„Von diesem Ort aus in die Welt“ — ein neuer Traum

Hidamari wuchs, bis mehr ältere Menschen kommen wollten, als wir Platz hatten.

Das gemietete Haus wurde zu klein. Also fassten wir einen großen Entschluss: neu bauen und umziehen. Das war der Anfang von Kuromamesan.

Ein weiterer Kredit hat mich spürbar altern lassen, und für den Star irgendeiner Großmutter bin ich inzwischen entschieden zu sehr in die Jahre gekommen.

Aber was Hidamari mich gelehrt hat — genießen, was auch kommt — ist bis heute unser Leitspruch.

Uns weiterentwickeln, weiter öffnen und das, was wir hier gefunden haben, von diesem Ort aus in die Welt tragen: Das ist der Traum, den wir heute in uns tragen.